Agent Orange
Kurzbiografien der am Projekt Beteiligten
(Autoren und Fotografen)

Im Rehabilitationszentrum für behinderte Kinder in Thuy An bei Hanoi werden auch die späten Opfer des Vietnamkrieges betreut ­ Kinder, deren Väter in herbizidbelasteten Gebieten kämpften.
Foto Roland Schmid.

Hans Günter Brauch (1947), Bundesrepublik Deutschland
Studierte Politische Wissenschaft, Geschichte, Völkerrecht und Anglizistik. Privatdozent für Politische Wissenschaft am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin. Seit 1987 Vorsitzender der AG Friedensforschung und Europäische Sicherheitspolitik (AFES-PRESS). Seit 1990 Board of Editors of the UNESCO Yearbook on Peace and Conflict Studies. Mitglied des Institute for Strategic Studies of the Pugwash Movement for Science and World Affairs und der International Studies Association. Zahlreiche Bücher in englischer und deutscher Sprache. Herausgeber wissenschaftlicher Reihen: "Rüstungskontrolle aktuell", " Militärpolitik und Rüstungsbegrenzung" (10 Bände), "Frieden - Sicherheit - Umwelt - Klima - Energie" und "AFES-PRESS-Report".

René Burri (1933), Schweiz
Besucht 1950 - 53 Hans Finslers Fachklasse für Fotografie an der Kunstgewerbeschule Zürich. Zuerst arbeitet er als Kameraassistent. 1955 Durchbruch mit einer Reportage in "Life" über die musikalische Erziehung taubstummer Kinder. Arbeiten in Krisengebieten im Nahen Osten und in Südamerika. Seit Anfang der sechziger Jahre Arbeiten im Fernen Osten. 1963 und 1973 fotografiert er im Vietnamkrieg. Reportagen in Afrika und in den USA. Über Jahre dokumentiert Burri die politischen und sozialen Veränderungen in verschiedenen Ländern. Daneben Portraits grosser Künstler (Picasso, Giacometti, Tinguely.
Seit 1959 ist er Mitglied der Fotoagentur Magnum.

Nguyen Thanh Cong (1964), Vietnam
Aufgewachsen in Hai Duong, zwischen Hanoi und Haiphong. Promovierte an der Nationalen Universität in Geschichte. Oberassistent in Hanoi an der historischen Fakultät an der Nguyen-Ai-Quoc-Universiät. Er schreibt vor allem für verschiedene politisch und kulturell orientierte Zeitschriften und Magazine. Seine thematischen Schwerpunkte sind die Erforschung der Biographie und des Gedankengutes von Ho Chi Minh. Zusammen mit seiner Frau und seinem fünf Jahre alten Sohn wohnt er in der vietnamesischen Hauptstadt.

Joseph Do Vinh (1969), Vietnam und USA
Geboren in Buon Ma Thuot (zentrales Hochland). Studium der Politikwissenschaft an der Universität Washington. Unterrichtete Vietnamesisch an der Washington Academy of Languages und im Bellevue Community College in North Seattle u.a. Gastvorlesungen am Defense Language Institute in Monterrey, Kalifornien. Wissenschaftlicher Korrespondent des UNESCO-Zentrums für die Entwicklung der Geisteswissenschaften in Ho-Chi-Minh-Stadt. Im US-Bundesstaat Washington arbeitet er als Dolmetscher. Mitarbeiter verschiedener Zeitungen (Seattle Weekly, New Asian Journal, Vietnam Generation, Yale University Press u.a.). Er lebt abwechslungsweise in Vietnam und in den USA.

Peter Jaeggi (1946), Schweiz
Freischaffender Autor, Fotograf und Mitarbeiter von Schweizer Radio DRS und verschiedener nationaler und internationaler Medien. Schwerpunkte sind Arbeiten aus sozialen und naturwissenschaftlichen Bereichen. 1972, seit einer Sprachausbildung an der Columbia University in New York, ist er regelmässig auf allen Kontinenten als Reporter tätig. Grössere Arbeiten: Lepra in Indien im Projekt "Bena Bai". Projekt "Die Hoffnung stirbt zuletzt" über Spätfolgen von Tschernobyl in der Republik Belarus (Ausstellungen und Buch). Sein Buch "Schritte im Kopf" über einen hirnverletzten Menschen und damit verbundene Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet. Er hat das Projekt über die Spätfolgen von Agent Orange in Vietnam entwickelt (Buch und Ausstellungen).

Marc Riboud (1923), Frankreich
1937 beginnt er mit der Kamera seines Vaters zu fotografieren. Kämpft 1943 - 44 in der Résistance. 1945 - 48 Studium an der École Centrale in Lyon, arbeitet bis 1951 als Ingenieur, dann wird er Fotograf. Seit 1952 lebt er in Paris, wo er Fotografen der Agentur Magnum begegnet wie Henri Cartier-Bresson und Capa. Bilder des Eiffelturms erscheinen als seine erste Publikation in "Life" (1953). Seit 1955 ist er Mitglied von Magnum und reist seit damals in den Fernen Osten. 1957 erster Bildbericht aus China, danach aus der Sowjetunion, Schwarzafrika und Algerien. 1968 - 69 Reportagen aus Süd- und Nordvietnam während des Krieges. 1970 erhält er den Preis des Oversea Press Club für sein Buch "Face of North Vietnam".

Roland Schmid (1966), Schweiz
Auseinandersetzung mit der Fotografie seit 1984. Abgebrochenes Slawistikstudium. Arbeitete ein Jahr für die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia in der Slowakei. Seit 1995 freier Fotograf in Basel. Fotografische Arbeiten über die Schweizer Armee ("Der Helvetische Krieg"), grössere Arbeiten in Japan ("Innenansichten eines japanischen Zen - Tempels"), Osteuropa und Afrika. Neben soziokulturellen und religiösen Themen, interessiert er sich zunehmend für Länder und Gesellschaften, die mit Kriegsfolgen zu kämpfen haben (Sarajewo, Liberia, Vietnam). Roland Schmids Vietnamfotografien stehen im Zentrum des Buches und der gleichnamigen Ausstellungen.

Daniel Warner (1946), USA
Studium der Politikwissenschaft am Institut Universitaire de Hautes Études Internationales (IUHEI) der Universität Genf, wo er zum Doktor der Philosophie promoviert. Seine zahlreichen Veröffentlichungen und Bücher im Bereich der Politik behandeln Themen der internationalen Organisation, der Flüchtlingsfragen, und Fragen von Ethik und Verantwortung. Der New Yorker wohnt seit 1972 in der Schweiz, bereiste wiederholt Osteuropa und Zentralasien. Vorlesungen an der Juristischen Fakultät der Harvard-Universität, den Universitäten von Paris, Oxford und Yale und an der Moskauer Staatsuniversität. Er ist stellvertretender Direktor für externe Beziehungen und Sonderprogramme des IUHEI und geschäftsführender Direktor des "Program for the Study of International Organizations".

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